Rudelwelten nach dem Krieg gegen die Menschheit

Dieser Lebenslauf ist wie die Entwicklung der vergangenen 134 Jahre Deutschlands und der Aufsatzbeitrag wie die Zukunft

https://de.wikipedia.org/wiki/Eugen_Rosenstock-Huessy

EUGEN ROSENSTOCK-HUESSY


VOM STAAT ZUM STAMM *

1. Die neuen Nomaden


Der moderne Industrialismus bedingt eine unausgesetzte
Völkerwanderung. Vor kurzem stand in der Zeitung, ein
Dorf von 1700 Menschen werde vom Braunkohlenbergbau
buchstäblich weggefressen. Talsperren zwingen mehr als
ganze Ortschaften, gleich einen Bezirk zu räumen. Als
ich vor einiger Zeit nach Holstein kam, wurde dort in rein
landwirtschaftlichem Distrikt ein Werk industrieller Art
stillgelegt, das ein einziges Jahr zuvor errichtet worden war.
600 Arbeiter und ihre Familien waren 1925 dorthin ver-
pflanzt worden, wurden 1926 von dort wieder weggewiesen.
Im Ruhrgebiet sind in den letzten Jahren Städte von
40 000 auf 25 000 Einwohner zusammengeschmolzen.
Wohin mögen die Menschen gewandert sein?
Aus den Vereinigten Staaten werden uns die Auto-
karawanen auf den großen Ost-West-Straßenzügen
geschildert; Schlosser und andere Handwerker, mit Weib
und Kind, mit allem Gepäck, fahren ein paar Tage weiter,
bleiben wieder einige Wochen, um zu arbeiten, zu reparieren
oder dergleichen. Sie haben die Behörden beunruhigt.
Kein Wunder. Denn sie stellen ein fahrendes Volk dar,
das anderen Lebensgesetzen unterliegt als das seßhafte.
Es handelt sich hier um Nomaden.
Der unermüdlich beobachtende Wells nennt die
Menschen unserer Zeit auf Grund dieser Vorgänge deloca-
lised, »entortete« Menschen. Und Alfred Döblin hat einen
seiner Romane aus den atemraubenden Bildern einer so
»entorteten«, rastlos von Erdteil zu Erdteil geschleuderten
Menschen gestaltet.
»Wirtschaftliche Notwendigkeiten« sagt der Fachmann,
zuckt die Achseln und findet nichts dabei.

Sei’s drum. Aber das Unabänderliche ist immer das
Interessante. Denn nur das Unabänderliche ändert den
interessantesten Gegenstand unseres Nachdenkens – den
Menschen.
Eine Wirtschaft, die Menschen von Stadt zu Stadt,
von Land zu Land, von Erdteil zu Erdteil verschleudert,
ändert die Menschennatur. Das was wir bisher für die
feste Substanz sozusagen des Menschentums gehalten
haben, wird umgebildet. Der Mensch, der so »entortet«
ist, wird ein Mensch ohne Volk im landläufigen Sinn
dieses Wortes. Denn ein Volk erkennt sich an den Bauten
und Stätten seines Lebens: der deutsche »Staat« und der
englische Staat unterscheiden sich. Werkstatt und Hof-
statt des Franken und des Bayern sind verschiedener Art.
»Ländlich-sittlich.«
Die neuen Nomaden bleiben an allen Stätten »gleich-
gültig«. Die Arbeitsstätte und die Wohnstätten, an denen
sie »sich aufhalten«, haben sie nicht zu verantworten.
Ihren Geburtsort kennen sie nicht. Sie sind fortgezogen
und der Ort ist nicht wiederzuerkennen. Heimat klingt
»sentimental«, bestenfalls wird dies »Sentiment« noch
einem Häuserblock, einem Ausschnitt innerhalb einer
entsprechend größeren Steinansammlung zugewendet.
Sie sind nicht bodenständiges Volk, also nicht Kulturvolk,
im Sinn der alten seßhaften und stetigen Staatsordnung.

Sie sind gesellschaftliche Wesen. Ihre Bindung an das
bodenständige Volkstum ist zerschnitten.
In welcher Verbindung lebt der neue Mensch? Worauf
beruht sie? Worin soll sie bestehen? Worauf wird sie sich
gründen?

2. Der Bruch mit dem klassischen Ideal

Ehe wir auf diese Revolution antworten, sei noch eine
andere Bewegung aufgezeigt, die mir jener Bewegung
vom Städter und »Steter« zu dem freizügigen »Unsteter« zu
entsprechen scheint. Der stetige Mensch der Neuzeit hatte
sich im Staat fest gegründet. »J’y suis, j’y reste, rocher de
bronce, Grundgesetze, Stabilisieren, Konstitution« (Festset-
zung und Erfassung), das sind die Worte aus dem ABC des
staatlich gesonnenen Menschen und des staatsmännischen
Denkens der Neuzeit.
Dies Denken hat sich seine Apotheose, seine Verklärung
geschaffen im Bilde der Antike. Die gesamte Kultur der
Neuzeit ist humanistisch. Der humane Mensch, der huma-
nistische Mensch hat sich gespiegelt in den Marmorbildern
des antiken Hellas und in den Gesetzen des antiken Rom.
Die Völker Europas alle haben ihre festen Kultur-
bauten, ihre Verwurzelung in ein staatliches, örtliches
und ländliches »Dasein« verklärt durch den Blick auf das
klassische Altertum.
Wohin wendet sich nun der moderne Nomade, um
sein »delokalisiertes«, entortetes Völkerwanderungsdasein
zu verklären? Er hat im buchstäblichen Sinne kein Da-sein,
sondern nur ein Ankommen und Fortgehen. Er ist nicht da,
sondern kommt hin und her oder ab und zu. Wie verklärt
nun dieser Mensch seine »Zukunft«?
Eins ist sicher: Hellas und Rom verblassen für ihn. Das
humanistische Gymnasium ist ja nicht zufällig aus dem In-
begriff aller Bildungsanstalt heut ein bescheidenes Fünftel
oder Sechstel geworden, ein Typ unter vielen. Damit ist das
klassische Ideal preisgegeben. Weder die griechische Kunst
noch das römische Recht sind heute noch die Maßstäbe
der eigenen Sozialordnung für diese neuen Gesellschafts-
schichten. Wie sie die alten humanistisch vorgebildeten
Akademikerschichten nicht als ihren »Typ« anerkennen,
so sind auch die Ideale, die in diesen Typen gestaltet
sind, nicht mehr die Ideale dieser neuen Massen. Hellas
und Rom werden noch lange als Vorbehaltsgut der alten
gesättigten Gesellschaftsschichten lebendige Ideale bleiben.

Aber sie sind an ihre sozialen Grenzen gekommen, über die
hinaus sich ihre Geltung nicht mehr verschieben läßt.
Denn die neuen Massen empfinden die Bauten mit
den dorischen Säulen und den Renaissancefassaden
nicht als Schöpfungen aus ihrer eigenen Persönlich-
keit, sondern für sie ist alles gebaute und gefügte Werk
ein in die äußere Natur, in den unpersönlichen Kosmos
eingegangenes Element. Ein bebauter Raum wird heut
das Gebäude, statt eines Ausdrucks des inneren Lebens
seines Besitzers. Die neue Sachlichkeit macht aus dem
Haus die Wohnmaschine. Hängebrücke und Stadien ver-
lieren sich in die Natur so, als setzten sie nur mit größerer
Weisheit die geologische Erdgeschichte fort. Werft, Fabrik,
Massensiedlungen, Bahnhöfe, Schiffe, Hotels sind die cha-
rakteristischen Bauten des neuen Weltalters. Der einzelne
Mensch kommt zu ihnen und verläßt sie als ein Vorüber-
gehender. Ganz ohne Sentimentalität gilt der Satz heut
als Gesetz: »Wir haben auf Erden keine bleibende Statt.«
Häuser und Bauten stehen da und mögen dauern auf Jahr-
hunderte. Aber nicht »unsere« Häuser scheinen sie uns,
sondern sachlichen Aufgaben gewidmet, vom Einzelnen
nur vorübergehend betreten und bewohnt.
Das antike Kunstideal aber hatte alles Gebaute und
Bebaute vermenschlicht. Die Polis ist ein der Erde abge-
kämpftes und vermenschlichtes Stück Boden, das sich
nunmehr von der »Welt« und »Natur« draußen ein für
allemal unterscheidet. »Die Stätte, die ein guter Mensch
betrat, bleibt eingeweiht für alle Zeiten« ist das treffendste
Humanistenwort.
Die Seele der Kultur zielt gerade auf diese Unterschei-
dung der zivilisierten Menschenhäuser von dem unbe-
bauten »Raum«. Der Humanismus hat diese antiken
Polisideale der Schönheit, der Göttertempel und der Raum-
beseelung auf die staatlich-nationale Kultur der Neuzeit
noch einmal übertragen. Die Großstaaten Europas und der
Neuen Welt haben gewetteifert, das Stadtbild der Antike in
all ihre Bauten hineinzutragen.
Diese Epoche ist vergangen. Und der vorübergehen-
de Mensch, der in den modernen »Erdteilen«, wie wir
bezeichnend sagen, in einer von seiner Technik verwan-
delten Natur sich vorfindet, kann nur noch die ganze Erde
als sein Haus empfinden. Die größten Einzelstaaten sind
bestenfalls Säle und Stuben in diesem Hause der Erde.
Und die steinernen Paläste der Schlösser, Rathäuser, Theater
und Postämter sind allerhöchstens kleine Arabesken

an der Tapete dieses Riesenerdhauses, das aus Gebirgen
und Ebenen, Eisenbahnen und Strömen, Meeren
und Wäldern, Bergwerken und Flugzeuglinien sich
zusammenbaut.

3. Die neuen Ideale

Die Ideale des »vorübergehenden« Menschen werden
notwendig dort gesucht werden müssen, wo das flüchtige,
nomadenhafte Wesen des Menschen sich noch nicht durch
eigene Bauten mit der Erde eingelassen hatte, vor der Ent-
stehung dessen, was wir »Staat« nennen, also sowohl des
Stadtvolkes der Antike in Athen oder Rom als auch erst
recht der Staatsvölker und Nationen des letzten Jahr-
tausends. Wo liegt also dies Ideal? Bevor das jüdische Volk
in Kanaan seßhaft wurde, zogen die zwölf Stämme in der
Wüste umher. Bevor ein deutscher Staat sich bildete, wan-
derten germanische Stämme in das Römische Reich. Und
die griechischen Stämme, »froh vereint«, treffen sich in
Olympia von alters her, schon lange vor der Glanzzeit der
griechischen Polis. Der Stamm also und seine Lebensform
eignet sich als Ideal für den modernen Nomaden.
Und so ist es denn in der Tat. Um das festzustellen,
braucht man sich nur einige allgemein bekannte Vorgänge
des Alltags zu vergegenwärtigen.
In immer steigendem Maße wird zunächst das
Interesse an der Staatengeschichte verdrängt durch die
leidenschaftliche Teilnahme für die – Naturvölker. Der
Sozialismus z. B. hat im breitesten Ausmaß die Erkennt-
nisse der Ethnographie, der Völkerkunde seinem Pro-
gramm zugrunde gelegt. Arbeiter führen gern ihre
Beweise durch Hinweise auf Naturvölker. Die Wissenschaft
der Soziologie lebt zu einem erheblichen Teil von dem
Studium der »Primitiven« und der Naturvölker. Magie,
Totemismus, Weiberherrschaft, Mutterrecht, Vielehe, Kom-
munismus, Symbolik, Einweihungsriten, Zahlenmystik,
Totenzauber, diese und tausend ähnliche Fragen interes-
sieren heut Forscher und Laien viel mehr als eine antike
Statue oder eine Ciceronianische Rede. Heinrich Schurz’
Buch »Altersklassen und Männerbünde« von 1905, eine
rein völkerkundliche Untersuchung, hat mit einem Schlage
die Jugendpsychologie, die Pädagogik, die Soziologie
beeinflußt. Die Jugendbewegung ist kaum ohne das Buch
denkbar: oder richtiger: das Buch fällt genau mit dem
Aufbruch der Jugend in die neue Menschlichkeitsepoche

hinein zusammen. Und das ist kein Zufall, sondern eine
tiefe Gesetzmäßigkeit. Schurz, Frazer, Vierkandt, Morgan,
Schmidt, Winthuis und alle die andern – sie richten
ihre Augen auf eine bestimmte Menschheitsstufe in dem
Augenblick, in dem wir selber dieses neuen Spiegelbildes
dringend bedürfen.
Die Naturvölker, das sind die Stämme, in denen sich
die moderne Menschheit wieder finden möchte und wieder
finden kann. Wir treten in eine Renaissance der Primitiven,
der Naturvölker, des Stammhaften, des Vorantiken
und Vorchristlichen ein, ja wir sind schon mitten in
ihr. Die Renaissance der Urvölker bricht an. Die Neger-
plastik war ein Auftakt dazu. Ich will zunächst an einem
Einzelzug den grundsätzlichen Unterschied von Staats-
bürger und Stammesgenossen aufzeigen. Die Staatsbürger
besuchen dieselben öffentlichen Gebäude, Gericht und
Kirche, Schule und Privathaus. Der Stammesgenosse aber
spricht den gleichen Dialekt und trägt dieselbe Tracht. Des-
halb gibt es immer gleichzeitig Staatliches und Stamm-
haftes an uns. Das Überwiegen der stetigen Kultur etwa
im letzten Jahrhundert hat Dialekte und Trachten der alten
Stämme zurückgedrängt. Morgen wird es wieder Stämme
geben, freilich andere als die der Schlesier und Bayern. Sie
werden sich in der Denkart noch mehr scheiden als in der
Mundart, im Betragen noch mehr als in der Tracht. All die
neuen Verbände, Bünde, Gruppen, Kreise, Vereinigungen,
aus denen unser Volk im wesentlichen heut besteht, sind
reine Personalstände, Geistesstämme, die aus der Staatlich-
keit plötzlich aufbrechen wollen.
Blicken sie nun in ihrem Werden hinüber auf die Ur-
stämme, so verstehen sie plötzlich den Gebrauch jener

Stämme, der uns als »Humanisten« so barbarisch erschien,
und erscheinen muß, das Tätowieren.
Tätowieren nämlich muß sich der Mensch, der die
ganze Lebensordnung, in der er steht, an sich selbst
herumtragen muß. Die Tätowierung ist die Tracht des
Menschen, wenn sie die Rolle des einzigen sozialen Aus-
drucksmittels für Rang und Stand und Zugehörigkeit
spielen soll. Überall, wo Tracht und Kostüm alles aus-
drücken sollen, was der Mensch in einem Verbande ist,
und wo sie allein diese Aufgabe übernehmen müssen, da
ist Tätowierung die Folge. Die soldatische Uniform, der
Ordensbehang der staatlichen Hierarchie, der weibliche
Kleider- und Juwelenschmuck sind dort auf dem Gipfel, wo
der Mensch allein durch seine Tracht die Sozialordnung zu
verkörpern hat. Omnia mea mecum porto, ich trage alles
an mir selber, kann er dann von sich sagen. In Carlyles
unsterblichem »Wiedergenähten Schneider« findet man ja
schon viel über diese in den Kleidern, die Leute machen,
steckende Weisheit. Die Rolle des »Abzeichens« wird eine
ungeheure.

4. Die Veränderung der jüdischen Frage

Staat und Stamm hat es zu allen Zeiten nebeneinander
gegeben als Tendenzen menschlicher Sozialbildung.
Aber wir wechseln heut aus einer Epoche des vorwiegend
Staatlich-Nationalen in eine solche des vorwiegend Stamm-
haften und Bündischen hinüber.
Unser Geschichtsbild ändert sich dadurch. Wir pro-
jizieren nun unsere Nöte in ein anderes Feld der Mensch-
heitsgeschichte hinüber, als die sogenannte Neuzeit von
1500 bis 1900 das getan hat.
An einem großen Zeichen will ich diese Verschiebung
für den Skeptiker belegen: für die Zeit von 1600–1900 ist
der unstete, der rastlose, der »ewige Jude« der Gegenspieler
der europäischen Staatlichkeit. Die Legende vom »Ewigen
Juden« taucht im Zeitalter der Reformation zuerst auf. Das
Mittelalter hatte die Figur nicht gekannt. Juda wurde
damals als geborstene, verblendete Synagoge der erleuch-
teten wohlgebauten Gottesstadt der Kirche gegenüber-
gestellt. Und bekanntlich sind Juden und Christen so als
Kirche und Synagoge am Straßburger Münster einander
gegenübergestellt.
Unser Zeitalter stellt bereits eine dritte Gleichung auf.
Der Gegensatz des »steten Christen« und des »rastlosen

Juden« paßt heut im Zeitalter der Weltrastlosigkeit nicht
mehr. Vielleicht bekommen ja die Juden sogar einen Staat.
Die Argumente werden also umgedreht, denn der Jude
muß auch in der werdenden Stammesrenaissance Grenz-
fall und Feind bleiben können.
Schon wird der Stamm, die Art, das Blut des Juden
gegenübergestellt der Rasse und Art des nordischen,
ostischen usw. Menschen. Und fast scheint es, als würde
zugleich dem Juden nun gerade das Gegenteil vor-
geworfen: nämlich seine Unveränderlichkeit, Stetigkeit,
sein starrer »Genotypus« im Gegensatz zu den umgestalt-
baren anderen Menschenrassen.

5. Schluß

Sei dem aber wie ihm wolle: die Zukunft wird die
Stammeslebensformen zu regenerieren suchen. Bei diesem
Versuch werden Narrheit und Weisheit, Gemeinheit und
Edelsinn, die Karikatur und die echte Ursprünglichkeit,
der Judenhaß und die Gottesfurcht, konkurrieren. Denn
wie in allen Zeiten besagt solch eine neue Zielsetzung und
Spiegelung noch nichts darüber, ob die einzelne Gruppe
oder Lehre dabei richtig oder falsch, steril oder fruchtbar,
gut oder böse verfährt. Man hat auch die Antike in groß-
artiger und in lächerlicher Weise nachgeahmt.
Aber das Menschengeschlecht der Zukunft sehnt sich
nach Abstammung und Zustammung, wohl weil es von
beiden so wenig in dem riesigen Gesellschaftsbau der
Gegenwart spürt.**
Natürlich geht jede Renaissance einer Vergangenheit
unter gänzlich veränderten Voraussetzungen vor sich, als sie
in jener Vergangenheit selbst bestanden haben. Die Natur,
in der sich der einzelne Irokesenstamm durchschlug, war
die unverwandelte, feindliche, vom Menschen unbesiegte
und deshalb gefürchtete Natur. Der neue Stamm der Adler
oder Falken, der Faszisten oder der erwachenden Ungarn
kommt zur Welt, weil diese Welt vom Menschen gezähmt,
technisch unterworfen und rundherum entdeckt ist.
Dieser Unterschied hebt aber weder die Kraft noch
den Sinn der Erneuerung aus dem Urtümlichen auf. Jahr-
hunderte werden daran sich abmühen. Wir wollten hier
nur die Marschrichtung angeben: vom Staat zum Stamm.

* Veröffentlich wurde dieser Aufsatz erstmals in Heft 6 (Märzheft 1929) der von
Ferdinand Avenarius herausgegebenen Zeitschrift Der Kunstwart. Rundschau
über alle Gebiete des Schönen. Monatshefte für Kunst, Literatur und Leben,
S. 377–382 in München. Der Aufsatz erschien unter dem Autorennamen
Eugen Rosenstock. Wir danken den Literarischen Erben des Werkes von
Eugen Rosenstock-Huessy für die Erlaubnis zum Nachdruck und der Eugen-
Rosenstock-Huessy-Gesellschaft e. V., Köln, für ihre Hilfe bei der Kontaktauf-
nahme. Die Rechtschreibung des Originals wurde beibehalten.


** Näheres über diese Frage bei Rosenstock: »Zur Polychronie des Volkes«.
Zeitschrift Die Kreatur 1, Heft 4, 1926.

Werbung

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Allgemein

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s